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Aus der Wissenschaft

Beiträge aus internationalen Journals

Der verflixte Non-Responder in der Therapie der erektilen Dysfunktion

 

Seit der Einführung der PDE5-Inhibitoren zur Behandlung der Erektionsstörung (ED) scheint die Therapie der ED zu einer Routinehandlung geworden zu sein. Ist die neuronale Versorgung der Genitalstrukturen intakt, die somatischen Ursachen und bestehende Medikation auf Kontraindikation abgeklärt, so ist die Ausstellung des Rezeptes und das kurze Aufklärungsgespräch ohne viel Zeitaufwand im Arbeitsalltag leicht unter zu bringen.

 

Was aber, wenn der Patient enttäuscht wieder kommt und uns erklärt, dass das verordnete Medikament nicht gewirkt hat?

Könnte es sein, dass der Betroffene ein echter Non-Responder auf die PDE5-Inhibitor Therapie ist? Laut den Standard Operating Procedures (SOPs) der Europäischen Gesellschaft für Sexualmedizin (ESSM) zur Therapie der erektilen Dysfunktion sprechen immerhin 30–40% der Männer, die PDE5-Inhibitoren verordnet bekommen haben, nicht optimal darauf an.

Als “echter Non-Responder” sollte ein Patient allerdings erst nach 4 oder mehreren erfolglosen Tabletten-Anwendungen (mit der höchsten Dosis) eingestuft werden. Diese sollten entsprechend den Einnahmerichtlinien erfolgen (Einwirkzeit, Abstand zum (fetten!) Essen, Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, adäquate sexuelle Stimulation). Als erfolglos wird die Tabletteneinwirkung erst „bei der Unfähigkeit eine Erektion zu erreichen oder die Erektion bis zum Ende des GV zu erhalten“ eingestuft.

Non-Responder haben meist eine gravierende End-Organerkrankung mit einer entsprechend schweren veno-okklusiven Dysfunktion und sprechen oft auch nicht auf intrakavernöse Injektionen an. Diese kavernöse Insuffizienz ist häufig mit massiven Veränderungen der penilen, arteriösen Blutgefäße assoziiert.

„Pseudo-non-responder”

Viele der sogenannten Non-Responder könnten allerdings sehr wohl auf die Therapie mit PDE5-Inhibitoren ansprechen, wenn eine entsprechende Beratung bezüglich der Pharmakokinetik/-dynamik der Medikamente, einer Lebensstiländerung (mehr Bewegung), einer adäquaten Therapie bestehender Komorbiditäten und/oder eines Wechsels der bestehenden Medikation zu sexualfreundlicheren Medikamenten erfolgen würde.

Führende urologische und sexualmedizinische Spezialisten haben daher 2013 in den Standard Operating Procedures (SOPs) der ESSM zur Behandlung der erektilen Dysfunktion Empfehlungen abgegeben, die dazu beitragen können, viele „Pseudo-Non-Res- ponder“ zu Respondern zu verwandeln.

Maßnahmen zur Erhöhung der Ansprechraten auf PDE5-Inhibitoren

1. Erneute Beratung der Patienten/des Paares und rasche Umstellung auf die höchste Dosis bewirkt zu 60% einen Erfolg.

2. Erneute Beratung bezüglich der Pharmakokinetik/Dynamik und der Unterschiede zwischen den einzelnen PDE5-Inhibitoren. Der Wirkeintritt und die maximale Wirksamkeit von Sildenafil, Vardenafil und Avanafil sind eindeutig nahrungsabhängig (vor allem von dessen Fettgehalt).

3. Wechselwirkung mit anderen Medikamenten
Eine gleichzeitige Therapie mit Cytochrom P450 3A4 (CYP 3A4) Stimulatoren, wie zum Beispiel Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, bewirken eine Verringerung der Plasmakonzentration sowie eine raschere Elimination der PDE5-Inhibitoren.

4. Optimale Therapie bestehender Begleiterkrankungen
Eine optimale Diabeteseinstellung, Behandlung der Hypertonie mit erekti- onsprotektiven Substanzen wie Angiotensin-Rezeptor-Blocker, Sartane oder dem Beta-Blocker Nebivolol kann die Ansprechbarkeit auf PDE5-Inhibitoren verbessern. Bei der Behandlung der Hypercholesterinämie scheint der Einsatz von Statinen die Erektionsfähigkeit, durch Senkung des LDL (mit seinen negativen Konsequenzen für das Endothel) und die Ansprechbarkeit auf PDE5-Inhibitoren zu verbessern.

5. Bestehenden Hypogonadismus behandeln
Weil Testosteron die Expression von PDE5 reguliert, sprechen hypogonadale Männer schlechter auf PDE5 Inhibitoren an. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass durch eine zusätzliche Testosterontherapie die Ansprechrate auf PDE5-Inhibitoren erhöht werden kann. Das trifft vor allem auf Patienten mit einem Gesamt-Testosteron von < 300 ng/dl (< 10,4 nmol/L) zu.

6. Tägliche Gabe eines PDE5-Inhibitors
Die tägliche Gabe von Tadalafil oder Sildenafil über mehrere Monate führt in über 50% der Fälle zum Erfolg. Die Autoren gehen davon aus, dass das auch auf die anderen PDE5-Inhibitoren zutrifft.

7. „High-dose” (Überdosierung) PDE5-Inhibitor-Therapie
Durch Anwendung einer doppelten höchsten Dosis sprachen in einer kleinen Studie 24% der Non-Responder auf 100mg Sildenafil an. Laut Autorenmeinung sollte das auch auf die anderen PDE5-Inhibitoren zutreffen, besonders bei Diabetikern.

8. Wechseln zu einem anderen PDE5-Inhibitor
Obwohl in der Literatur beschrieben wird, dass durch den Wechsel von einem PDE5-Inhibitor zu einem anderen in 12%–18% der Fälle mit einer Verbesserung der Erektionsfähigkeit zu rechnen ist, vertreten die Autoren die Meinung, dass das bei „echten Non-Respondern“ in einem geringeren Maß zutrifft.

Wie die geschilderten Daten zeigen, zahlt es sich aus, den Patienten zu (Kontroll-) Folge-Terminen zur Therapieoptimierung einzuladen – vor allem, weil es nicht möglich ist, gleich einzuschätzen, ob der Patient auf die angebotene Therapie anspricht.

Literatur bei der Autorin

Originalbeitrag:

Der Urologe Ausgabe 1, 2015; Dr. Elia BRAGAGNA

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Endlich: Lust-Pille für die Frau

Jede 10. Frau leidet unter vermindertem sexuellen Verlangen (hypoactive sexual desire disorder = HSDD). Kommt endlich die ersehnte Hilfe? Das Expertengremium der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (18 von 24 Experten des Gremiums) empfahl am 4. Juni 2015 Flibanserin zuzulassen.

 

Die Substanz wirkt im ZNS, verringert das sexual-hemmende Serotonin und erhöht die stimulierenden Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin. Dadurch ist die Zulassung der ersten Lust-Pille für die Frau sehr wahrscheinlich. Das Medikament wurde ursprünglich von Boehringer Ingelheim entwickelt und nach der ersten Ablehnung durch die FDA 2010 an Sprout Pharmaceuticals verkauft. Laut Sprout Pharmaceutical verdoppelten sich unter Flibanserin im Schnitt bei 43 bis 60 % der Studienteilnehmerinnen die Anzahl ihrer „sexuell befriedigenden Ereignisse“, das sexuelle Verlangen steigerte sich um 50 Prozent.

Die Pille muss täglich eingenommen werden und wirkt laut Firmenangaben innerhalb von 4 Wochen. 15 Prozent der Studienteilnehmerinnen brachen die Studie allerdings ab, weil die Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Benommenheit und Angstzustände zu belastend wurden. Die Reaktionen auf diese Nachricht sind extrem gegensätzlich. Während die eine Hälfte in der Zulassung von Flibanserin einen Segen für die betroffenen Frauen sieht, befürchtet die andere Hälfte eine Medikalisierung gesunder Frauen, deren Körper adäquat auf die jeweilige Lebenssituation reagiert.

Eine Tatsache sollte das Gesundheitssystem vor der Einführung des Medikamentes aber beachten. Es gibt nur eine geringe Anzahl von ÄrztInnen, die überhaupt fähig sein werden, HSDD zu diagnostizieren. An den Universitäten wird nicht das Wissen über die neurobiologischen Zusammenhänge von HSDD vermittelt, geschweige denn über die psychosozialen. Wie sollen unter diesen Voraussetzungen die verordnenden KollegInnen wissen, welche Frauen wirklich von einem Medikament (Antidepressivum) profitieren, das sie täglich einnehmen müssen?

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Nervenschonende Op-Methode reduziert sexuelle Dysfunktion

Eine italienische Studie aus dem Journal of Sexual Medicine analysiert, welche Auswirkungen die Operations-Methode auf die Sexualfunktionen bei Frauen mit Zervix-Karzinom hat. Die Forscher verglichen dabei die Sexualfunktionen bei 40 Frauen mit Zervix-Karzinom, bei denen entweder eine konventionelle, laparoskopische, radikale Hysterektomie (LRH) durchgeführt wurde oder eine nervenschonende, laparoskopische, radikale Hysterektomie (NS-LRH).

Prä-, und postoperativ wurde die Sexualfunktionen mit einem validierten Fragebogen erhoben (FSFI = Female Sexual Function Index). Der Fragebogen evaluiert sexuelles Verlangen, Erregung, Lubrikation, Orgasmus, Befriedigung und Schmerzen. Präoperativ fand sich keine Unterschied in den Vergleichsgruppen. Postoperativ zeigten beide Gruppierungen eine Verschlechterung der FSFI-Werte. LRH und NS-LRH wirken sich negativ auf die sexuelle Funktion der Patientinnen aus.

Beide Vergleichsgruppen zeigten ähnliche Werte in den Kategorien Verlangen, Erregung, Orgasmus und Schmerzen. Patientinnen der NS-LRH hatten aber höhere Lubrikations- und Befriedigungswerte. Kein Unterschied konnte in der Überlebensrate gefunden werden. Laut Autoren konnte klart gezeigt werden, dass der NS-LRH-Ansatz die sexuelle Funktion weniger beeinträchtigt.

Giorgio Bogani G. et al.; Nerve-Sparing Approach Reduces Sexual Dysfunction in Patients Undergoing Laparoscopic Radical Hysterectomy, The Journal of Sexual Medicine, Volume 11, Issue 12, pages 3012–3020, December 2014

Nähere Info unter:

http://onlinelibrary.wiley.com/enhanced/doi/10.1111/jsm.12702/

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Weibliche Erregungsstörung: Therapie als Roulette-Spiel

Die Therapie der weiblichen Erregungsstörung wird dadurch erschwert, dass das neurobiologische Wissen um die spezielle Physiologie der weiblichen Erregung den ÄrztInnen kaum bekannt ist, und daher bei der Erhebung der Sexualanamnese nicht berücksichtigt wird. Ohne diese Information verkommt die Therapie aber zu einem Roulette-Spiel.

Die weibliche Erregung besteht aus einer subjektiven und genitalen Komponente. Beide folgen jeweils eigenen neurobiologischen Mechanismen. Während die genitale Erregung der Physiologie der männlichen Erektion ähnelt, reagiert die subjektive auf ganz individuelle psycho-soziale Stimuli und löst dabei entweder förderliche oder hemmende neurobiologische Reaktionen im Körper aus. Manche Forscher postulieren, dass weibliche Lust der subjektiven Erregung gleichgesetzt werden sollte. Dem entsprechend würde die Therapie der Erregungsstörung auch gleichzeitig eine Therapie des verminderten sexuellen Verlangens darstellen.

Eine passende Therapie der weiblichen Erregungsstörung und der weiblichen sexuellen Motivation erfordert eine fundierte Diagnosestellung und kann nur mit entsprechendem Wissen erfolgen.

Die Experten der Internationalen Gesellschaft für sexualmedizinische Standards fassen in ihrem Review „Female Sexual Arousal Disorders“ die wichtigsten Fakten über die verschiedenen Formen der Erregungsstörungen zusammen.

Annamaria Giraldi MD, PhD1, Alessandra H. Rellini PhD2, James Pfaus PhD3 and Ellen Laan PhD4, Female Sexual Arousal Disorders, The Journal of Sexual Medicine Volume 10, Issue 1, pages 58–73, January 2013

Nähere Infos unter:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1743-6109.2012.02820.x/abstract

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Therapie des Prostatakarzinoms verschlechtert sexuelle Beziehung

 

Diese prospektive, longitudinale Studie zum Thema lokalisiertes Prostatakarzinom und die Auswirkungen auf das Sexualleben der Partnerin zeigt auf, dass die Erkrankung und deren Therapie Auswirkung auf die sexuelle Beziehung hat.

 

Sechs Monate nach der Therapie des Prostatakarzinoms (entweder chirurgische Intervention, Radiatio, Hormontherapie oder aktive Überwachung) berichteten 12% der Partnerinnen einen sehr negativen und 39% einen etwas negativen Einfluss der Therapiemaßnahmen auf die sexuelle Beziehung. 12 Monaten nach den Therapiemaßnahmen verschlechterten sich die Werte (29% sehr negativ, 42% etwas negativ).

Die chirurgische Intervention schnitt am schlechtesten ab (wobei die Autoren zu bedenken gaben, dass die negativen Folgen der anderen Interventionen sich erst nach einem noch längeren Zeitraum zeigen würden).

Die Studie zeigt sehr gut die verschiedenen Gründe auf, die zur Verschlechterung führten. Gleichzeitig beruhigt dieses Paper sexualmedizinisch geschulte KollegInnen, denn es zeigt auf, dass mit einer professionellen, sexualmedizinischen Begleitung diese negativen Konsequenzen zu verhindern wären.

Ramsey SD1, Zeliadt SB, Blough DK, Moinpour CM, Hall IJ, Smith JL, Ekwueme DU, Fedorenko CR, Fairweather ME, Koepl LM, Thompson IM, Keane TE, Penson DF.,
Impact of prostate cancer on sexual relationships: a longitudinal perspective on intimate partners' experiences. J Sex Med. 2013 Dec;10(12):3135-43. doi: 10.1111/jsm.12295. Epub 2013 Sep 30.


Nähere Infos unter:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jsm.12295/full

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Tod durch Oralsex in der Schwangerschaft?

Cunnilingus, heftige Stoßbewegungen während des GVs oder Fisting können (durch die in die Vagina insufflierte Luftmenge) bei Nicht-Schwangeren auf Grund der erhöhten Gasansammlung im Abdomen höchsten zu Darmkrämpfen führen. Das Paper von Jacobs VR et al. zeigt auf, dass es in seltenen (dokumentierten) Fällen zu einem letalen Ausgang durch Gasembolie in der Schwangerschaft kommen kann.

Oralverkehr ist eine häufig praktizierte Form der Sexualität in allen Kulturen weltweit. Falls jedoch dadurch oder durch andere Mechanismen und Aktivitäten – auch unbewusst und unbeabsichtigt – Gasmengen unter Druck in die Vagina insuffliert werden, kann dies durch den Uterus und nach Dilatation der Tuben ins Abdomen gelangen und dort ein nicht-chirurgisches Pneumoperitoneum hervorrufen. Mangelndes Bewusstsein um den Pathomechanismus bei Patientinnen und medizinischem Personal und die potentielle Gefahr der Perforation eines Hohlorgans lenken die Diagnostik oft in eine falsche Richtung (Differentialdiagnose Magen-Darmperforation, Ulcus etc). Aus Scham, Peinlichkeit und Unwissenheit wird die mögliche Ursache von der Patientin nicht erwähnt, die sexuelle Anamnese gehört nicht zur Routine.

In der Literatur sind mindestens 17 Fälle dieses Pathomechanismus mit letalem Ausgang durch Gasembolie in der Schwangerschaft dokumentiert. In der täglichen Praxis sind mehr Fälle mit leichteren Beschwerden zu erwarten, die vielleicht nicht erkannt werden. Anhand eines Fallbeispiels und im Literaturüberblick soll das Problem dargestellt und die Gefahren der oro-vaginalen Gasinsufflation aufgezeigt werden.

Fallbeispiel, Diskussion und Hintergrund lesen Sie detailliert im Abstract (ab Seite 45):

V. R. Jacobs, N. Maass, F. Hilpert, Ch. Mundhenke, W. Jonat Die Oro-Vaginale Insufflation: Verkannter Pathomechanismus mit tödlichen Folgen in der Schwangerschaft,

Sexuologie Band 7 - Heft 4 / 2000

Download der kompletten Arbeit (ab Seite 45 im pdf)

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Sexualmedizin aus PatientInnen-Sicht

Am 2. Juni fand ein Pressegespräch der AfSG in Wien statt, in der die derzeitige sexualmedizinische Versorgungssituation der Österreichischen Bevölkerung und die Ausbildungssituation der ÄrztInnen aufgezeigt wurden.

Welche Konsequenzen der IST-Zustand für unsere PatientInnen haben kann, berichteten die Begründerin der Selbsthilfegruppe FEMICA, Frau Mag.a Edith Schuligoi, und der Obmann des Vereines "Selbsthilfe Prostatakrebs", Herr Ekkehart Büchler.


zum Video mit Frau Mag.a Edith SCHULIGOI,
Begründerin der Selbsthilfegruppe FEMICA

zum Video mit Ekkehard F. BÜCHLER,
Vorstand des Dachverbands "Selbsthilfe Prostatakrebs"

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EP mit hypererotischem Status

Marcel Waldinger ließ bei der diesjährigen Tagung der Europäischen Gesellschaft für Sexualmedizin (ESSM) mit einer neuen Hypothese aufhorchen. Der weltweit führende Forscher auf dem Gebiet der Ejaculatio praecox meint, in Anlehnung an die Beobachtungen von Shapiro 1943, dass es unter den Männern mit der angeborenen Form von EP eine Untergruppe gibt, die dadurch auffällt, dass sie auf erotische Reize mit einer extrem starken Erregung reagiert, ebenso mit einer auffallend schnellen Erektion (Erection praecox) und Detumeszenz (Detumescentia praecox). Diese Untergruppe der angeborenen Form von EP zeichne sich durch einen hypererotischen Status aus.


Waldinger stellt die Hypothese auf, dass es bei dieser Untergruppe zu einer verstärkten zentralnervösen Zunahme von Oxytocin unter erotischen Einflüssen kommt. Allerdings schränkte der Experte ein, dass es sich nur um Beobachtungen handle, die zwar größtenteils durch Tierstudien bestätigt wurden, aber dass noch weiterer Forschung in diese Richtung bedarf, um diese Hypothese zu stützen.
Waldiger beschreibt in diesem Zusammenhang auch Männer, die zwar bei der Selbstbefriedigung den Ejakulationsreflex jedoch nicht intravaginal gut steuern können. Das wiederum könne daran liegen, dass eine Übersensibilität der Calciumkanäle TRPV1-4 vorliege, welche in den penilen Hautrezeptoren lokalisiert sind. Diese TRPs in der Glans penis agieren als Mechano- und Thermosensoren, welche die Bewegung, Berührung, Temperatur und Feuchtigkeit der Vagina registrieren.

Diese neuen Erkenntnisse könnten in Zukunft neue Therapieoptionen eröffnen.

Marcel D. Waldinger MD; Ejaculatio praecox, erectio praecox, and detumescentia praecox as symptoms of a hypertonic state in lifelong premature ejaculation: A new hypothesis; Pharmacol Biochem Behav (12/2013)

Zum Abstract: Pharmacol Biochem Behav (12/2013)

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Beeinflusst  Pornokonsum das Sexualverhalten?

88 Prozent der holländischen, männlichen Jugendlichen und 45 Prozent der weiblichen konsumieren explizit sexuelles Material (ESM). Dabei bevorzugen Männer  Hardcore-Pornos und Frauen eher Softpornos. Beide nutzen das Internet als bevorzugtes Portal. In dieser Online-Studie mit 4.600 Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren wurde ein Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Konsums von ESM und dem Sexualverhalten gefunden. Wenngleich in einem geringen Ausmaß, so konnte doch gezeigt werden, dass Pornokonsum vor allem das Sexualverhalten in Richtung Sexabenteuer und Sex als Handelsgut beeinflusst. Sex wird als Ware verstanden, die gegen Geld erhältlich ist.

Laut Studie könnte es auch sein, dass das Sexualverhalten immer mehr in Richtung sexuelle Sensationssuche beeinflusst wird. Die Autoren können sich aber auch den Umkehrschluss vorstellen, dass sexuelle Sensationssuche für den häufigen Pornokonsum verantwortlich ist. Allerdings weisen sie auch darauf hin, dass Pornokonsum nur ein Einflussfaktor unter vielen ist, der das Sexualverhalten prägt.

Hald GM, Kuyper L, Adam PCG, and de Wit JBF;
Does viewing explain doing? Assessing the association between sexually explicit materials use and sexual behaviors in a large sample of Dutch adolescents and young adults;
J Sex Med 2013;10:2986–2995.

Zum Abstract

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Krebs & Sexualität: Themenschwerpunkt im Journal of Sexual Medicine

Jede onkologische Erkrankung verändert das somato-psycho-soziale Gleichgewicht eines Menschen. Mehr noch, onkologische Erkrankungen verändern eingespielte Familiengefüge, Partnerschaften und die Intimität eines Paares. Wir ÄrztInnen meiden sehr oft aus Unerfahrenheit und Unsicherheit jedes Gespräch mit den PatientInnen, das über die somatische Thematik hinausreicht.

PatientInnen und deren PartnerInnen sind aber in den meisten Fällen auch hilflos den neuen Gegebenheiten ausgeliefert und auf unser aktives Thematisieren der sexuellen Gesundheit im Rahmen einer onkologischen Erkrankung und deren Therapie angewiesen. Interessierte KollegInnen können im Themenschwerpunkt Band des Journals of Sexual Medicine „Cancer Survivorship and Sexual Health“ die neuesten Datenlagen zu den verschieden Krebserkrankungen und deren Auswirkungen auf die weibliche und männliche Sexualität, sowie die passenden Fragetechniken und Therapieoptionen finden und sich so den Einstieg in diese Thematik erleichtern.

The Journal of Sexual Medicine; Special Issue: Cancer Survivorship and Sexual Health February 2013; Volume 10, Issue Supplement S1; Pages 1–154

Zum Abstract

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Erreger durchs Mikroskop aufspüren

Eine alte Methode erlebt eine Renaissance in der Diagnostik am Krankenbett. Das vaginale Nasspräparat unter dem Mikroskop hilft zur schnelleren und treffsicheren Diagnose von Krankheitserregern beizutragen. Ein österreichischer Beitrag über Beurteilung von Vaginalsekret erklärt die Details in Wort und vor Bild.

 

Im Journal of Sexual Medicine wird in der Rubrik „Surgical Techniques“ jeweils eine diagnostische oder therapeutische Methode mit zahlreichen Grafiken und Fotos vorgestellt. In der aktuellen November-Ausgabe beschreibt die österreichische Gynäkologin und Sexualmedizinerin Dr. Andrea Kottmel, Kaiser-Franz-Josef-Spital Wien, und der Gynäkologe und Infektiologe Dr. Eiko Petersen, Freiburg, unter dem Titel "Wet Mount Procedure" diese seit nahezu einem Jahrhundert etablierte Methode der Nativpräparation.

Bei dieser wird in wenigen Schritten während der gynäkologischen Untersuchung etwas Sekret gewonnen, auf ein Glasplättchen aufgetragen und für die die sofortige Beurteilung von Epithelzellen, Bakterien und sonstigen Krankheitserregern unter dem Mikroskop verwendet. Dr. Kottmel beschreibt nicht nur die Technik der Probengewinnung, sondern erläutert auch verschiedenste Mikroskop-Aufnahmen. Bespiele von der normalen Vaginalflora sind ebenso zu sehen wie verschiedene Färbungen, Erregerbeispiele oder Candida-Infektionen. Resümee: Eine gute Möglichkeit, vor allem für Patientinnen mit Schmerzen, mit dieser Bedside-Methode zu einer schnelleren und treffsicheren Diagnose und Therapie beizutragen.

A. Kottmel (Kaiser-Franz-Josef Hospital—Department of Obstetrics and Gynecology, Vienna, Austria), E. Petersen (Freiburg, Germany); Vaginal Wet Mount; J Sex Med 2013;10:2616–2619

Zum Abstract

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Viel Stress - wenig Sex?

Dass chronischer Stress negative Auswirkungen auf die Fortpflanzung hat, ist bekannt. Weniger erforscht wurden bisher die Auswirkungen auf die Sexualität. Die vorliegende Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen chronischem Stress und sexuelle Erregung und die Mechanismen, die diesen Zusammenhang zu vermitteln.

Die amerikanische Sexualforscherin Cindy Meston konnte in ihrer letzten Studie nachweisen, dass Frauen mit einem chronisch erhöhten Stresspegel, wie zu erwarten, einen erhöhten Cortisolspiegel aufwiesen. Diese hormonelle Veränderung ist allerdings nur der sichtbare Teil einer physiologischen Kettenreaktion, die bewirkt, dass Frauen viel leichter von erotischen Impulsen ablenkbar werden. Das wiederum führt zur einer erniedrigten genitale Durchblutung und damit zu einer erniedrigten genitalen Erregung.

CM Meston et al., Chronic Stress and Sexual Function in Women;
J Sex Med 2013; 10:2443-2454

Zum Abstract:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23841462

 

Erotik vom Gehirn bis zum G-Punkt

„Was verstehen wir schon über Erotik?“ - Wissenschaftliche Details über Sex und Erotik aber auch die Praxis rund um diverse Sex-Spielzeuge standen Ende August beim Sommerworkshop der Akademie für Sexuelle Gesundheit (AfSG) im Mittelpunkt des Interesses. Und das Thema bewegte. Immerhin kamen zahlreiche Ärztinnen und Ärzte zum sexualmedizinischen Fortbildungsevent der Akademie für Sexuelle Gesundheit in den Erotik-Shop „Liebenswert“.

In ihrem Streifzug durch die wissenschaftlich belegten Daten rund um das Thema Sex veranschaulichte Gynäkologin und Sexualmedizinerin Dr. Andrea Kottmel, welche Umstände ÄrztInnen bei einer sexualmedizinischen Behandlung berücksichtigen sollten. Denn für das kontroversielle Erotikempfinden von Männern und Frauen ist nicht nur der „kleine“ Unterschied verantwortlich. „Wie Erotik wirkt, ist heute schon größtenteils wissenschaftlich erklärbar“, so Dr. Kottmel: „Dadurch wissen wir auch, weshalb Frauen anders auf erotische Stimuli reagieren als Männer.“ Vor allem ist dabei Sex ist nicht gleichzusetzen mit Erotik.

Frauen haben eine signifikant geringere Übereinstimmung zwischen genitaler Erregung und subjektiver Erregung als Männer. Das wichtigste Organ der Sexualität ist eindeutig das Gehirn – bei der Frau noch viel stärker als beim Mann. Es spricht auf den Cocktail aus sensorisch-taktilen, olfaktorischen, visuellen und akustischen Reizen besonders an und ermöglicht erst über Nerven, Hormone und Neurotransmitter den eigentlichen Höhepunkt.

Um diesen weiblichen Orgasmus dreht sich auch das Hauptaugenmerk der Wissenschaft. Immerhin haben laut Arentewicz et al. (J Sex Med 2005) nur rund 50 % der Frauen immer oder fast immer einen Orgasmus, zehn Prozent erleben ihn nie. Natürlich kann man wissenschaftlich „Punkt für Punkt“ versuchen, die Erregung zu erklären – wenn zielgerichtet der G-Punkt (Prostata), der A-Punkt an der vorderen Vaginalwand zwischen Cervix und „G-Punkt“, der C-Punkt an der Klitoris oder der U-Punkt (Urethra) stimuliert wird. Die Praxis ist aber oft ganz anders. Tatsächlich behilflich ist auf körperlicher Ebene die gleichzeitige innere und äußere Stimulation. Nur 4 % erleben einen rein „vaginalen“ Orgasmus während 52 % hingegen einen „klitoral & vaginalen“ Orgasmus empfinden. 30 % der Frauen erleben einen klitoralen Orgasmus (Lehmann A et al., Sexuologie 2003). Und wie gesagt, das tatsächliche primär anregende „Kino ist im Kopf“.

Die Erotik-Industrie macht sich schon seit Jahren diese Erkenntnisse zu Eigen und verkauft speziell auf Frauen abgestimmte Erotikprodukte wie Sex-Toys, Erotik-Bücher, Videos, Gele, Düfte oder Körperpuder. So weihte im zweiten Teil des Workshops die Besitzerin vom „Liebenswert“, Ingrid Mack, diplomierte Lebens-und Sozialberaterin und Sexualpädagogin, die TeilnehmerInnen in die große Palette der Erotik-Artikel ein. Mit einigen Hilfsmitteln können viele Phantasien angeregt aber auch physische Probleme einfach gelöst werden. Mack zeigte Sex-Toys, die eben innen und außen stimulieren; Kugeln, die den Beckenboden stärken, extradünne Kondome sowie hochwertige Gleitgels u.v.m. Die Expertin wies vor allem auch darauf hin, worauf man bei sämtlichen Produkten achten sollte und welche Qualitätsstandards heute an diese Produkte gestellt werden.

Interessantes Detail am Rande: Die Ende des 18. Jahrhunderts bei Frauen diagnostizierte Krankheit „Hysteria“ wurde von Ärzten dadurch „geheilt“, indem von dieser „Krankheit befallene“ Frauen beim Arzt mit einem „Percuteur“ befriedigt wurden. So begann die Erfolgsgeschichte des Vibrators, die auch dem Film „In guten Händen (Hysteria)“ als Themengrundlage diente.

Sommer-Workshop der AfSG
Erotikshop-Liebenswert; Wien, August 2013

Die Powerpoint-Datei des Vortrages steht im ÄrztInnen-Bereich auf der Homepage der AfSG  im Download-Center zur Verfügung.

Fotos: Unlimited Media

 
Gynäkologin und Sexualmedizinerin Dr. Andrea Kottmel (links) und Ingrid Mack,  LSB.
 
Die Erotik-Industrie macht sich schon seit Jahren diese Erkenntnisse zu Eigen und verkauft speziell auf Frauen abgestimmte Erotikprodukte wie Sex-Toys, Erotik-Bücher, Videos, Gele, Düfte oder Körperpuder.

 
 

  

 

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Schlüssel zur weiblichen Sexualität

Endlich eine Therapie für jede Ursache der weiblichen Lustlosigkeit? Bisher konnten nicht jede Form der weiblichen Lustlosigkeit therapiert werden – zumindest nicht medikamentös. Vor allem wenn die Lustlosigkeit durch negative sexuelle Vorerfahrungen verursacht wurde. In diesen Fällen war nur eine entsprechende Psychotherapie möglich, da diese Frauen auf sexuelle Stimuli mit einer verstärkten, hemmenden Aktivität des präfrontalen Cortex reagierten.

Derzeit versuchen renommierte Sexualwissenschaftler in drei zusammenhängenden Publikationen zu beweisen, dass mit einer „single dose“-Medikation bei Bedarf  die sexuelle Bereitschaft der Frau auf jeden Fall sehr wohl stimuliert werden kann. Wenn man die passende Medikamentenkombination zur passenden Ursache der Lustlosigkeit verordnet, könnte das der Informationen zu diesem „lang ersehnten Schlüssel“ zur weiblichen Lust sein. Frauen, deren vermindertes sexuelles Verlangen durch ein reduziertes Ansprechen des ZNS  auf sexuelle Stimuli verursacht  wird, sollten demnach eine Kombination aus Testosteron sublingual und PDE5-Hemmern bekommen. Frauen, die auf sexuelle Stimuli mit einer Verstärkung der inhibitorischen Mechanismen reagieren, erhalten eine Kombination von sublingualem Testosteron und 5HT-1A-Agonisten. Testosteron verursacht unabhängig vom zirkulierenden Plasma-Spiegel  des Testosterons eine Zunahme der Sensitivität des ZNS für sexuelle Reize. Die Kombination mit PDE5-Hemmern verstärkt die genitale sexuelle Reaktion auf Stimuli, während die Kombination mit einem 5HT-1A-Agonisten die hemmenden Aktivitäten des präfrontalen Cortex reduziert.

Mehr Informationen zu diesem „ersehnten Schlüssel“ zur weiblichen Lust:

J Sex Med. 2013 Mar;10(3):791-809. doi: 10.1111/j.1743-6109.2012.02984.x. Epub 2012 Nov 6.

 

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23130782

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23130748

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23130675

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Let’s Talk About Sex

Probleme rund um die sexuelle Gesundheit müssen von ÄrztInnen aktiv angesprochen werden, sonst leiden PatientInnen still weiter. Dies zeigt eine aktuelle Studie über vulväre und vaginale Atrophie (VVA) bei postmenopausalen Frauen. 55%  klagen über ein Gefühl der vaginalen Trockenheit, 44 % über Schmerzen und 37% über ständige Irritation.

Für 59% beeinflusst dieses Symptom die Sexualität negativ und 23% ihre Lebensfreude. 24 % fühlten sich dadurch im Schlaf gestört. Trotzdem dieser negativen Konsequenzen spricht nur jede zweite Betroffene ihren Arzt auf diese Problematik an.

Die Studie mit 3.046 postmenopausalen Frauen mit VVA deckt auf, dass diese sehr wenig Wissen über den Zusammenhang zwischen Menopause und dem Auftreten der Symptomatik besitzen. Nur 24% wussten über diesen Zusammenhang Bescheid und nur 12%, dass ein Abfall der Hormone dazu beiträgt. Viele Frauen hofften, dass sich die Symptomatik von selbst geben würde.

62% der Frauen versuchten eine Eigentherapie mit OTC-Produkten – größtenteils ohne Erfolg. Und nur 11% erhielten von ihrem Arzt eine entsprechende Therapie. Unwissenheit und Unsicherheit hielten die PatientInnen davor ab, mit dem Arzt über ihr Problem zu reden. Leider sprachen nur 13% der ÄrztInnen von sich aus ihre postmenopausalen Frauen auf die Thematik VVA an.

Erneut zeigt sich, dass wir ÄrztInnen mit unserem Wissen um die Zusammenhänge und um die Unsicherheit der Patientinnen aufgefordert sind, das Thema sexuelle Gesundheit in unseren Praxisalltag einzubringen.

Kingsberg SA, Wysocki S, Magnus L, and Krychman ML. Vulvar and vaginal atrophy in postmenopausal women: Findings from the REVIVE (REal Women's VIews of Treatment Options for Menopausal Vaginal ChangEs) survey. J Sex Med 2013;10:1790–1799.

Zum Abstract der Originalstudie

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Problematischer Sex bei Psoriasis

Psoriasis ist eine weit verbreitete, chronisch entzündliche Hauterkrankung, mit unberechenbarem Verlauf. Die Prävalenzzahlen reichen von 0,6 bis 4,8 Prozent der Allgemeinbevölkerung.

Die Erkrankung hat einen starken Einfluss auf alle Aspekte des Lebens der Patientinnen, inklusive ihrer Fähigkeit ungestört schlafen, arbeiten oder die Freizeit gestalten zu können. Zudem hat Psoriasis – etwa durch entstellende Hautläsionen – Einfluss auf die sexuelle Gesundheit, die eigene Körperwahrnehmung und das Selbstbewusstsein. Psoriasis kann die Selbstwahrnehmung beeinträchtigen und das Gefühl, wie einen andere Personen wahrnehmen. Das wiederum führt zu einer Irritation in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Durchgeführt wurde die Studie an 52 sexuelle aktiven Psoriasis-Patientinnen und 30 Freiwilligen für die Kontrollgruppe. Es zeigte sich, dass mit zunehmender Schwere der Psoriasis die sexuelle Zufriedenheit abnahm. Außerdem konnten die Autoren nachweisen, dass die Sexualfunktion der Frauen mit genitaler Psoriasis  signifikant stärker beeinträchtigt ist, als die der Frauen ohne genitale Läsionen oder  mit psoriatischen Hautveränderungen an anderen Körperstellen.

Deswegen ist es laut den Studienverantwortlichen dringend nötig bei Psoriasis-Patientinnen sowohl die sexuelle als auch psychische Gesundheit zu evaluieren. Denn dadurch wird die Patienten-Compliance deutlich erhöht, was wiederum zu verbesserten Behandlungsergebnis führt.

Al Shaymaa H. Abul Maaty MD, Amal H.A. Gomaa MD, Ghada F.A., Mohammed MD, Ismail M. Youssef Proph., Moustafa M.K. Eyada Proph; Assessment of Female Sexual Function in Patients with Psoriasis; The Journal of Sexual Medicine, Volume 10, Issue 6, pages 1545–1548, June 2013

Zum Abstract der Originalstudie

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Je besser der Orgasmus, desto höher der Prolaktinspiegel?

Lebensqualität und allgemeines Wohlgefühl hängen mit vielen Aspekten sexueller Aktivitäten und Befriedigung zusammen. Es wird angenommen, dass regelmäßige sexuelle Aktivität, vor allem verbunden mit einem dabei erlebten Orgasmus, einen positiven Effekt sowohl auf das psychische als auch auf das physische Wohlbefinden hat. Daten zeigen, dass Geschlechtsverkehr und der dabei erlebte Orgasmus (im Gegensatz zu anderen sexuellen Aktivitäten) mit einer größeren sexuellen und partnerschaftlichen Befriedigung, einer emotionalen Stärkung und einer ruhigeren Herzfrequenz einhergeht. Obwohl gleichzeitig Daten auch zeigen, dass für Frauen Faktoren wie emotionale und körperliche Nähe zum Partner, Selbstverwirklichung in der Partnerschaft, Bedürfnis nach Zärtlichkeit und eine befriedigende Kommunikation mit der sexuellen Zufriedenheit korreliert, bleibt der Orgasmus doch einer der wichtigsten Aspekte für eine erfüllende sexuelle Beziehung.

Eine gerade veröffentliche Studie deutet an, dass der Anstieg des Prolaktinspiegels während des Orgasmus (durch Geschlechtsverkehr) für beide Geschlechter eine wichtige regulatorische Funktion einnimmt und auch ein Marker für sexuelle Sattheit und Zufriedenheit ist.

In der Veröffentlichung wird (zwar an einer kleinen Fallzahl mit 9 Frauen) aufgezeigt, dass der Orgasmus induzierte Prolaktinanstieg stark mit der Qualität und der daraus resultierenden sexuellen Zufriedenheit zusammenhängt. Daher könnte der postorgasmische Prolaktinanstieg eine objektive Messgröße für den Orgasmus und dessen Qualität sein. Einsetzen könnte man diese Erkenntnis in zukünftigen Studien der Grundlagenforschung aber auch bei der Behandlung von sexuelle Störungen von Frauen in der täglichen Praxis – zur Kontrolle der Zielerreichung.

B. Leeners et al., The quality of sexual experience in women correlates with post-orgasmic prolactin surges: results from an experimental prototype study. J of Sex Med, May 2013

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Weibliche Ejakulation bereichert das Sexualleben für Frau und Mann

Die weibliche Ejakulation ist seit Jahrhunderten Gegenstand heftiger gegensätzlicher Diskussionen in wissenschaftlichen Kreisen. Dank verschiedener Forschungen auf dem Gebiet der genitalen Sekretion während des weiblichen Orgasmus wurde eine Unterscheidung zwischen weiblicher Ejakulation, Inkontinenz und vaginalem Transsudat möglich. Laut bisheriger Studien ejakulieren weniger als 50% der Frauen während einer sexuellen Stimulation. Sehr wenige Frauen besprechen dieses Thema mit Ihren ÄrztInnen.

Um neue Erkenntnisse über Eigenschaften der weiblichen Ejakulation und deren Einfluss auf das Sexualleben der Frauen zu erhalten führte ein Wiener Urologen-Team einen Online Fragebogen-Studie durch, die im „Journal of the British Association of Urological Surgeons“ publiziert wurde.  Dabei konnten Daten von 320 Frauen gesammelt werden, die angaben zu ejakulieren. Die Mehrheit der befragten Frauen sowie deren Partner empfanden die weibliche Ejakulation als eine Bereicherung für ihr Sexualleben.

Wimpissinger F., Springer C. and Stackl W. (Department of Urology, Rudolfstiftung Hospital Vienna, Vienna, Austria); International online survey: female ejaculation has a positive impact on women‘s and their partners‘ sexual lives; BJU Int. 2013 Jan 25. doi: 10.1111/j.1464-410X.2012.11562.x.

Zur Originalstudie

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ED als KHK-Früherkennung

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit kardiovaskulären Erkrankungen besteht ein hohes Risiko Sexualstörungen zu entwickeln und zwar oft Jahre bevor sich eine kardiovaskuläre Erkrankung manifestiert. Zwischen dem ersten Auftreten einer Erektilen Dysfunktion (ED) und einem kardiovaskulären Ereignis liegen rund 3,5 bis 5 Jahre. Dieses Zeitfenster könnte genutzt werden, um den Patienten eine optimale Therapie zukommen zu lassen und kardiovaskuläre Ereignisse abzuwenden. Somit trägt das routinemäßige Erheben der sexuellen Gesundheit – entsprechend den Empfehlungen der WHO – dazu bei, sowohl Sexualstörungen und kardiovaskuläre Ereignisse zu reduzieren. Laut Schätzungen der WHO (http//www.who.int/cardiovascular_diseases/) werden im Jahr 2030 weltweit 23,6 Mio. Menschen an den Folgen einer kardiovaskulären Erkrankung sterben.

Zu den Haupt-Risiko-Faktoren zählen Hypertonie (13%), gefolgt von Rauchen (9%), Diabetes mellitus (6%), Bewegungsarmut (6%) und Adipositas (5%). Die WHO empfiehlt drei Vorgangsweisen, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken:

Kürzlich wurde auch aufgezeigt, dass scheinbar junge, gesunde Männer mit einer nicht suffizienten Erektion bei der Masturbation signifikant gefährdet sind, ein kardiovaskuläres Ereignis zu entwickeln.

Somit trägt das routinemäßige Erheben der sexuellen Gesundheit unserer PatientInnen (entsprechend den  Empfehlungen der WHO) dazu bei, sowohl Sexualstörungen und kardiovaskuläre Ereignisse zu reduzieren.

Corona G, Maggi M, Conventional and unconventional cardiovascular risk factors in men with erectile dysfunction; J Sex Med. 2013 Feb;10(2):305-8. doi: 10.1111/jsm.12075

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jsm.12075/abstract

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Unerwünschte Erregung

Die krankhaft anhaltende genital Erregung (PGAD= Persistent Genital Arousal Disorder) ist zum Glück eine sehr seltene, aber enorm belastende Erkrankung der Frau. Erstmals beschrieben wurde die Erkrankung 2001, seither wurden viele mögliche Ursachen und Strategien vorgeschlagen. Sowohl psychologische, aber auch pharmakologische, neurologische oder vaskuläre Auslöser sind denkbar.

Die Betroffenen beschreiben eine unerwünschte genitale Erregung, unabhängig vom subjektiven Gefühl sexueller Lust. Diese Erregung kann lange persistieren (Stunden bis Jahre). Orgasmen „erlösen“ die körperlich empfundene Erregung nicht. Die Behandlung dieser Erkrankung ist auf Grunde der vielen möglichen Ursachen sehr zeitintensiv  und ist begleitet von vielen fehlgeschlagenen Therapieversuchen, die von der Patientin sehr belastend empfunden werden.

David Goldmeier und sein Team zeigen in ihrer Publikation „Persistent Genital Arousal Disorder: Characterization, Etiology, and Management“ Wege zu einer zielführenden Therapie auf und erweisen sich dadurch als eine sehr hilfreiche Unterstützung für den praktischen Arbeitsalltag.

Persistent Genital Arousal Disorder: Characterization, Etiology, and Management Thomas M. Facelle, Hossein Sadeghi-Nejad, David Goldmeier

 

The Journal of Sexual Medicine Volume 10, Issue 2,  pages 439–450, February 2013

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1743-6109.2012.02990.x/abstract

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Zwischen Jugendsexualität und Pornographie 

Kinder-und Jugendsexualität ist der Schwerpunkt des Bandes 19/2012 der Zeitschrift „Sexuologie“  der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft (DGSMTW). Damit wollen die verantwortlichen HerausgeberInnen die grundlegende Bedeutung einer gesunden, multidimensionalen, auf Beziehung und Kommunikation ausgerichteten Sexualentwicklung des Kindes als Basis für die sexuelle Gesundheit als Erwachsener aufzeigen. Zudem wird auf die möglichen Folgen oder das Entstehen sexueller Probleme und/oder Straftaten bei Fehlen dieser Grundlagen hingewiesen.

Die wichtigsten Themen sind:

Sexuologie ; Ausgabe 19, 2012; 1-2, Seite 1 – 88 

www.sexuologie-info.de 

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Rheumatoide Arthritis beeinträchtigt Sexualität

Beinahe bei jeder zweiten Frau mit rheumatoider Arthritis (RA) wirkt sich die Krankheit negativ auf das Sexualleben aus. Dies analysierte eine aktuelle Studie, die im Oktober im „Journal of Sexual Medicine“ veröffentlicht wurde. Untersucht wurden in der Studie 95 RA-Patientinnen und 108 gesunde Kontrollpatienten. Evaluiert wurden Rheumaschübe, Schmerzen und auch Grad der Depression (gemessen am BDI-Wert – Beck Depression Inventory) sowie die negativen Auswirkungen auf das Sexualleben (gemessen am IFSF-Index – Index der Female Sexual Function).

Insgesamt zeigte sich, dass der IFSF-Index bei RA-Patientinnen signifikant niedriger war als in der Kotrollgruppe, dafür war der Depressionsgrad höher. Es gab vor allem eine starke negative Korrelation zwischen der IFSF-Score und dem DAS-28-Wert (spiegelt die Krankheitsaktivität wider), aber auch Behinderungsgrad, Depression, Schmerzen, Lebensqualität, Alter und Morgensteifigkeit wirkten sich negativ auf die Sexualität aus; ebenso ein höherer Body-Mass-Index. Eine hohe Krankheitsaktivität und eine Depression wirkten sich besonders negativ auf die Sexualität aus.

Immerhin, so das Resümee der Studie, berichten 31 bis 70% der RA- Patientinnen auch in anderen Studien von sexuellen Problemen. Vor allem an Physiotherapie zur Schmerzlinderung sollten die behandelnden Ärzte vermehrt denken. Denn dies hat indirekte positive Auswirkungen auf die sexuelle Gesundheit. Die Autoren verweisen auch darauf, dass Erschöpfungssymptome negative Auswirkungen auf die sexuelle Gesundheit haben.

Jedenfalls gibt es viele Möglichkeiten, sexuelle Themen aktiv mit den Patientinnen zu besprechen – allerdings tun dies nur 12 % der Rheumatologen. Dabei könnten gerade die behandelnden Ärzte einen positiven Einfluss auf die sexuelle Gesundheit ihrer Patentinnen nehmen, alleine dadurch, dass sie mit ihnen eine Therapieoptimierung besprechen, um die Auswirkungen auf die Sexualität möglichst gering zu halten.

Yilmaz H., et al.; Evaluation of Sexual Dysfunction in Women with Rheumatoid Arthritis: A Controlled Study. Journal of Sexual Medicine, October 2012, Volume 9, Issue 10, pages 2664–2670

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Oralsex ist nicht krebserregend

„Oralsex fördert Krebs“ – Schlagzeilen wie diese tauchen regelmäßig in der Boulevardpresse auf. Mit seriösen Studiendaten oder Tatsachen hat dies aber kaum etwas zu tun. Im Septemberheft der Zeitschrift „The Journal of Sexual Medicine” ging deshalb Dr. Sara Rosenquist, Chapel Hill, USA, der Frage nach, ob es eine Assoziation zwischen bestimmten sexuellen Verhaltensweisen – z.B. Fellatio und Cunnilingus – und Kopf-und Hals-Tumoren gibt.

Bei der Studie handelt es sich um einen Review-Artikel von 96 relevanten PubMed-Studien über HPV, 63 über Oralsex, 55 über Kopf-und Halskrebs und fünf über orale Plattenepithelkarzinome. Absicht der Studie war es, für KollegInnen wichtige Informationen für ihre Patienten zu sammeln.

Insgesamt ergab die PubMed-Recherche zwar einen Rückgang in der Häufigkeit von Kopf-und Halskrebs in den vergangenen 25 Jahren, aber es trat eine Verschiebung in der Verteilung der Krebsarten auf. Vor allem das orale Plattenepithelkarzinom (OSCCs) konnte häufiger festgestellt werden und im Gegensatz zu früher auch bei jüngeren Menschen. Zudem zeigte sich, dass diese Krebsart oft mit einer HPV-Infektion verbunden war. Daher haben mehrere Forscher vorgeschlagen, dass diese Verschiebung in der Epidemiologie von Kopf-und Halstumoren auf wechselnde sexuelle Praktiken zurückzuführen sein könnte.

Diese Theorie sei, so Rosenquist in ihrem Fazit, nicht nachvollziehbar. Zwar sind HPV-Infektionen durchaus häufiger, allerdings sei eine HPV-Infektion weder der größte Risikofaktor für orale Plattenepithelkarzinome noch der alleinige Auslöser. Alkohol- und Tabakgenuss sind nach wie vor die größte Gefahr. Andererseits hätten viele Krebs-Patienten auch gar keine HPV-Infektion. Außerdem könne HPV auch durch Küssen übertragen werden.

Unter monogamen Paaren mit einem reichhaltigen und abwechslungsreichen Sexualleben ist eine HPV-Infektion sowieso kein Grund zur Sorge, so Rosenquist. Das Auftreten von HPV-Infektionen hat aber vor allem etwas mit Immunschwäche zu tun. Vor allem AIDS-Kranke oder HIV-positive Menschen sind betroffen, aber auch Menschen, die immunsuppressive Medikamente nach einer Transplantation bekommen.

Wichtig ist auch zu bedenken, dass Mund- und Rachenkrebs generell sehr selten sind. Das Berliner Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass in Deutschland jährlich 13 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner kommen. Damit liegt das absolute Risiko, überhaupt Mund- und Rachenkrebs zu bekommen, bei 0,013 Prozent. Und letztlich konnte keine Studie klar feststellen, ob die Krebserkrankung wirklich durch die Viren oder durch etwas ganz anderes ausgelöst wurde.

The Journal of Sexual Medicine, Volume 9, Issue 9, pages 2224–2232, September 2012

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Orgasmusstörung richtig ansprechen und behandeln

In diesem Konsensus-Papier fassen Ellen Laan und zwei weitere führende Sexualforscherinnen die „Standard of Operating Procedures“ (SOPs) im Umgang mit Patientinnen mit Orgasmusstörungen zusammen. Bisher gab es dafür kaum konsensuale Richtlinien für die Diagnose und Therapie von weiblichen Orgasmusstörungen (Female Orgasmic Disorder – FOD).

Erarbeitet wurden diese Empfehlungen einerseits aus der evidenzbasierten 72 Literatur und Übersichtsarbeiten, aber auch aus Protokollen von Diskussionen, Sitzungen und E-Mail-Kommunikation.

Als Ergebnis liegen nun insgesamt 12 Empfehlungen für die Beurteilung und Behandlung von FOD vor –einschließlich Empfehlungen für die weitere Forschung. Entstanden ist dadurch ein  wichtiger Leitfaden für die Diagnose und Behandlung der FOD. Äußerst empfehlenswert für den Praxisalltag!

Laan E, Rellini AH, Barnes T; Standard operating procedures for female orgasmic disorder: Consensus of the International Society for Sexual Medicine. J Sex Med 2012, Sept

J Sex Med. 2012 Sep 12. doi: 10.1111/j.1743-6109.2012.02880.x. [Epub ahead of print]

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Die Pille für den Mann: Durchbruch scheint geschafft

Jahrhundertelang war das Kondom die einzige Option einer Empfängnisverhütung für den Mann. Jetzt scheint der medikamentöse Durchbruch gelungen zu sein: die Pille für den Mann könnte gefunden worden sein.

W. J. Brenner, University of Washington, US, veröffentlichte in der August-Ausgabe des Magazins „Cell“ einen interessanten Beitrag. Danach gelang es, männliche Mäuse reversibel unfruchtbar zu machen, ohne dabei ihren Sexualtrieb zu beeinträchtigen. Die größte Herausforderung war, ein Medikament zu finden, das die Spermien-generierenden Zellen auch erreichen kann. Das funktioniert zumindest im Mäuseversuch. Die Forscher hoffen aber, dass sich die Pille beim Menschen ähnlich erfolgreich einsetzen lässt. Zusätzlich konnte auch gezeigt werden, dass die Tiere nach Absetzen der Pille wieder in der Lage waren, vollkommen gesunde Nachkommen zu zeugen.

„Es scheint, dass ein neues reversibles Verhütungsmittel für Männer gefunden worden ist“, so die Bremner, der sich in seinem Beitrag vor allem auf Untersuchungen von Matzuk und Bradner bezieht. Die Forscher hoffen, eine neuartige und wirksame Strategie für eine Verhütungsmittel für den Männer gefunden zu haben.

Cell 150, August 17, 2012, p 667f

 

    Nervenschonende Op-Methode reduziert sexuelle Dysfunktion

Eine italienische Studie aus dem Journal of Sexual Medicine analysiert, welche Auswirkungen die Operations-Methode auf die Sexualfunktionen bei Frauen mit Zervix-Karzinom hat. Die Forscher verglichen dabei die Sexualfunktionen bei 40 Frauen mit Zervix-Karzinom, bei denen entweder eine konventionelle, laparoskopische, radikale Hysterektomie (LRH) durchgeführt wurde oder eine nervenschonende, laparoskopische, radikale Hysterektomie (NS-LRH).

Prä-, und postoperativ wurde die Sexualfunktionen mit einem validierten Fragebogen erhoben (FSFI = Female Sexual Function Index). Der Fragebogen evaluiert sexuelles Verlangen, Erregung, Lubrikation, Orgasmus, Befriedigung und Schmerzen.

Präoperativ fand sich keine Unterschied in den Vergleichsgruppen. Postoperativ zeigten beide Gruppierungen eine Verschlechterung der FSFI Werte. LRH und NS-LRH wirken sich negativ auf die sexuelle Funktion der Patienten aus. Beide Vergleichsgruppen zeigten ähnliche Werte in den Kategorien Verlangen, Erregung, Orgasmus und Schmerzen. Patientinnen der NS-LRH hatten aber höhere Lubrikations- und Befriedigungswerte. Kein Unterschied konnte in der Überlebensrate gefunden werden. Laut Autoren konnte klart gezeigt werden, dass der NS-LRH-Ansatz die sexuelle Funktion weniger beeintträchtigt.

Giorgio Bogani G. et al.; Nerve-Sparing Approach Reduces Sexual Dysfunction in Patients Undergoing Laparoscopic Radical Hysterectomy, The Journal of Sexual Medicine, Volume 11, Issue 12, pages 3012–3020, December 2014

Nähere Info unter:

http://onlinelibrary.wiley.com/enhanced/doi/10.1111/jsm.12702/

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